Gil Sander Sun
Es gibt wenige Tage, die so sind, aber es gibt sie. Der Stau auf der Autobahn ist mal wieder die Hölle, aber im Auto übertönt die Musik das Hupen und die Stimmung ist gut. Am Strand sind wir die ersten und weil wir auf gar keinen Fall mehrfach vom Auto zum Meer und zurück laufen wollen, kippen wir überladen von Gepäck in den Sand und müssen erstmal eine halbe Stunde lang regenerieren. Dann wird der erste Sixer Dodo Rouge ge- und das Beachvolleyball-Turnier eröffnet. Lilly kommt mit ihrer Freundin und sie haben selbstgepflückte Litschis aus ihrem Garten dabei. Bobby verdreht sich den Knöchel ziemlich böse, bei dem Versuch einen Ball zu retten, doch auch danach spielt er besser denn je. Am Horizont ist es dunkel und blitzt, doch bei uns scheint die Sonne. Wir haben alle den Spielstand vergessen, aber wir geben trotzdem alles. Der Sand brennt unter den Fußsohlen. Das Meer ist heute kalt wie Eiswasser. Auf der Düne stehe ein paar Bäume, an denen wir Lichterketten aufhängen. Endlich kommt das Geburtstagskind. Sie lächelt breit und freut sich über jedes Geschenk. Wir spielen Karten und versuchen einen Rosé ohne Korkenzieher zu öffnen. Der Schokokuchen ist trocken, aber das ist egal. Wir rennen herum, bis wir nicht mehr können. Wir lassen uns fallen und schauen in den Sternenhimmel. Man hört nur erschöpftes Atmen und das rauschen der Wellen, die bis zu uns hoch wandern. Der Mond scheint so hell, dass die Bäume Schatten werfen. Das Mädchen neben mir riecht nach Gil Sander Sun und Schweiß. Dass man geschlafen hat merkt man erst, wenn man aufwacht. Die Sonne steht schon hoch am Himmel. Die Isomatten liegen unbenutzt in ihren Taschen. Wir sind zu müde zum denken und das ist gut so.
Doch das beste Gefühl kommt erst noch. Wenn man wieder das T-Shirt anzieht und den Sand überall spürt, man nachhause fährt und sich alles leicht anfühlt. Man hat Salz im Haar und Sonnenbrand auf der Haut. Das kalte Wasser der Dusche wäscht alles runter und doch ist da etwas, das bleibt.